Lebenslauf (lang)

Mein Leben in der Welt des Handballs 


Geburt 1972 in St. Pölten. Handball im BG/BRG Josefstraße kennengelernt. Dort 1990 Matura: Leider habe ich mich für den realistischen Zweig in der Oberstufe entschieden: also nicht nur 6 Jahre Latein in Summe, sondern leider keine zweite lebende Fremdsprache. (Wohl unbewusst) kompensierte ich das durch mein fast hündisches Interesse für Englisch, auch weil der aus meiner Sicht damals sehr humorvolle Englischprofessor Dietmar Hann es verstand, mein Interesse zu wecken. Vor allem schaffte er das über die Schiene „Sport“ und Auslandsaufenthalte für uns Schüler in England. Herzlichen Dank: Diese Begeisterung hat bis heute gehalten.

Schnell merkte ich, dass mich Sport allgemein (Handball speziell) und Englisch nicht nur ein bisschen sondern sehr interessierten, genau diese beiden Fächer studierte ich dann auch (Lehramt für Hauptschulen). Als ich ein wenig später vermutlich noch als Student mit Freunden Alex Manninger im Tor von Arsenal live (im Derby gegen Crystal Palace) beobachtete, merkte ich, dass diese Mischung aus „englischsprachig“ und „sportbezogen“ immer etwas Positives in mir auslöste. In weiterer Folge äußerte sich das beispielsweise in erhöhtem Interesse für die Premier League und die NBA. Auch wenn die intensive Begeisterung für englische und amerikanische Profiligen etwas abflaute, merke ich bis zum heutigen Tag, dass ich der englischsprachigen Literatur (sowohl Fachliteratur als sogar auch der Belletristik) sehr viel abgewinnen kann.

Vorerst sammelte ich bis 1999 Erfahrungen als Spieler (25 x Jugend- und Juniorennationalteam für AUT, Teilnahme an der Junioren-WM in EGY 1993, Vizestaatsmeister mit Linz, 1. und 2. Liga mit St. Pölten), parallel dazu als Nachwuchstrainer in St. Pölten. Dort hatte ich das Glück mehrere Nachwuchsteams mit hoch talentierten Spielern zu coachen (mehrere Spitzenplatzierungen in Niederösterreich und Österreich, Staatsmeister MJC 1999). Ich erlebte als Goalie mehrere teilweise sehr unterschiedlich agierende Trainer: In den Nachwuchsnationalteams coachten mich Mag. Helmut Höritsch, Mag. Christian Tiefenböck und am längsten Mag. Roland Marouschek, der mit unserem 72er Jahrgang die Qualifikation für die WM schaffte. Bei Linz spielte ich 1990/91 meine erste Staatsliga A Saison unter Zygfryd Kuchta (POL) und Mag. Walter Schenk. Am längsten auf Vereinsebene coachte mich bei St. Pölten Istvan Szilagyi (HUN, Vater vom legendären Viktor), der mir auch fallweise Feedback zu meiner Arbeit mit den Burschen gab.

Mehrere Spieler, die ich in dieser Zeit bei St. Pölten coachte, wurden Staatsligaspieler, Legionäre, Jugend- und Juniorennationalspieler, manche sogar österreichische Nationalspieler wie Damir Djukic, Markus Wagesreiter oder Wolfgang Filzwieser.

Inzwischen unterrichtete ich parallel zu meiner Tätigkeit als Spieler, Nachwuchscoach und Student (Erziehungswissenschaften & Selbstgewählte Fächerkombination aus Psychologie und Sonder- und Heilpädagogik an der Universität Wien) mit einer vollen Lehrverpflichtung also Vierfachaction. Ausnahme: Nur im Schuljahr 1996/97 konnte ich keiner durchgängigen Nachwuchstrainertätigkeit nachgehen, da ich mein erstes Dienstjahr an der Sporthauptschule Laa an der Thaya an der Grenze zu Tschechien absolvierte, zwar reduziert selbst traineren konnte, doch aufgrund der räumlichen Entfernung leider nicht coachen konnte. Ab dem Schuljahr 1997/98 unterrichtete ich dann an der Sporthauptschule St. Pölten, und nahm sofort die Arbeit mit Jugendlichen auf Vereinsebene (Union St. Pölten, SG St. Pölten/ Wilhelmsburg) wieder auf.

In der Saison 1998/99 beendete ich meine Spielerkarriere bei St. Pölten, konzentrierte mich auf die Schiene „Nachwuchscoaching & Handball in der Schule“ und begann mit der  Trainerausbildung Handball, die ich etwa zeitgleich mit meinem zweiten Studium mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss (österreichische A-Lizenz).

2002 schloss ich mich dem damals regierenden Meister A1 Bregenz Handball als Nachwuchscoach und der toll strukturierten Sporthauptschule Bregenz Vorkloster als Lehrer an, half mit die von Mag. Roland Frühstück erfundene Handballakademie aufzubauen und arbeitete mit mehreren Spielern zusammen, die es später in die HLA Mannschaft schafften, wie Julian Rauch, Chrissi Winkler oder Petar Roganovic.

Parallel dazu begann ich als Lehrbeauftragter für den Österreichischen Handballbund bei der Trainerausbildung zu unterrichten und nahm die Arbeit als Co-Trainer des Österreichischen Jugendnationalteams weiblich (Jahrgang 1990 mit den späteren Damenteam Spielerinnen Beate Scheffknecht, Julia Hämmerle, Sabrina Stumvoll, Steffi Kaiser, Kathi Doppler und Sonja Frey) auf, mit dem wir uns für zwei Europameisterschaften qualifizieren konnten. Wir spielten 2007 bei der EM in der Slowakei und 2009 bei der EM in Ungarn. Zusätzlich durften wir im Sommer 2007 am EYOF (European Youth Olympic Festival) in Belgrad teilnehmen. Im Jahr 2008 nahmen wir beim European Open in Göteborg. Lauter große sensationelle Turniere.

2008 wechselte ich für eine Saison zur Eintracht Hildesheim nach Niedersachsen, wo ich unter anderem für die MJB als Cheftrainer zuständig war und mit einer ebenfalls hoch talentierten Mannschaft (Jahrgang 1992) Meister in Niedersachsen wurde und sogar den Norddeutschen Vizemeistertitel erreichte. Parallel dazu lernte ich die äußerst nachahmenswerte Veranstaltung „Jugend trainiert für Olympia“ kennen, als ich mich als Coach des Niedersächsischen Meisterteams – dem Gymnasium in Elze – für das in Berlin stattfindende Finalturnier qualifizierte und dort den 5. Platz erreichen konnte. Die Kontakte nach Norddeutschland bestehen noch bis heute, immer wieder bin ich bei den dort stattfindenden Torwarttrainerseminaren als Referent für den Niedersächsischen Handballverband tätig. In dieser Zeit lernte ich die Oberliga MJB in Niedersachsen kennen, scoutete sehr viel, da ich keinen einzigen Spieler und Trainer dieser Liga kannte und erwarb die deutsche B-Lizenz.

In der darauffolgenden Saison (2009/10) war ich als Sportdirektor bei den Herren der Union St. Pölten tätig, wo wir hauchdünn den Klassenerhalt in der zweiten Liga sicherten. Die von mir gecoachte männliche U12 Mannschaft wurde Landesmeister und belegte den 4. Platz bei den Österreichischen Meisterschaften in Ferlach. Parallel dazu war ich weiterhin ÖHB Trainer und nahm die Unterrichtstätigkeit an der Sporthauptschule St. Pölten auf, die mittlerweile in eine Sportmittelschule umfunktioniert wurde.

In den darauf folgenden drei Saisonen (2010/11, 2011/12,  und 2012/13) arbeitete ich zusätzlich als Spartentrainer Handball im Oberstufenrealgymnasium für Leistungssportler (ORGL) St. Pölten und half mit, mehrere Jugendliche auf österreichisches Erst- und Zweitliganiveau zu bringen, einige erhielten sogar Einberufungen von den Nachwuchsnationalteams: Nico Weilguny, Marko Simek und Alex Pils. In dieser Zeit lernte ich enorm viel aus dem Bereich des Athletiktrainings, arbeitete mit mehreren Sportwissenschaftlern vom TKZ Weinburg zusammen (Mag. Walter Hable, Philipp Unfried und Mag. Stefan Schwaiger).

Parallel dazu nahm ich 2010 die Arbeit als Cheftrainer des Österreichischen Jugendnationalteams weiblich (Jahrgang 1994) auf, mit dem ich mich abermals für eine Europameisterschaft qualifizieren konnte. Wir waren die drittgesetzte Mannschaft und setzen uns in Dänemark (deutliche Niederlage) knapp gegen Serbien und die Türkei durch. Damals arbeitete ich mit Martin Gerstenecker zusammen, der in dieser Nationalmannschaft als Co-Trainer fungierte. Im Jahr 2012 – nach dem European Open in Göteborg (8. Platz) – übergab ich diese Nationalmannschaft an den Juniorinnentrainer Helfried Müller.

Bereits 2010 wurde mir die besondere Ehre zuteil, als Coaching Lecturer für die EHF  ausgewählt zu werden. Ich wurde seither unter anderem für mehrere Seminare in England nominiert, was mir vor allem in meiner Funktion als leidenschaftlicher Englischlehrer sehr große Freude bereitete, weil ich die britische Atmosphäre nach wie vor sehr schätze. Weitere Einsätze folgten unter anderem in Österreich, Polen und Griechenland. Bei einer Konferenz in Ioannina entstand der Kontakt zum ehemaligen griechischen Nationalkeeper Dr. Dimitris Hatzimanouil (Aristoteles Universität Thessaloniki), mit dem ich seither in regem Kontakt stehe, sei es wenn es um Torhüterangelegenheiten geht oder um Tipps zur Urlaubsgestaltung in Griechenland.

In den ersten Monaten der neuen Tätigkeit als Lecturer erreichte mich auf www.coach-filz.com unter anderem auch eine Anfrage von Alberto Unjima aus Uganda, den ich seither etwa ein bis zwei Mal jährlich mit Handballutensilien aus meinem Umfeld und Skripten versorge. So freuen sich die afrikanischen Youngsters über Schuhe, Dressen, Bälle, Schützer und vieles mehr. Auf Facebook habe ich dazu die Gruppe „We support Handball in Uganda“ gegründet, und es macht mich sehr stolz, wenn „meine“ ehemaligen SpielerInnen mich hier unterstützen.

Im November 2012 kam mein Sohn Nick zur Welt, seither unterrichte ich etwas weniger und kümmerte mich zwischen September 2013 und Anfang Jänner 2014 um ihn, da mir von meinem Dienstgeber die Väterkarenz genehmigt wurde.

Ab 2014 war ich als Co-Trainer von Simona Spiridon für das Mädchennationalteam Jahrgang 1998 zuständig, von 2015 bis zum Sommer 2017 fungierte ich als Torhüterinnentrainer für den Jahrgang 2000 von Ausra Fridrikas.

Neben meiner Unterrichtstätigkeit an der Sportmittelschule St. Pölten/ Harland bin ich als Referent für die Pädagogische Hochschule Vorarlberg und die Pädagogische Hochschule Niederösterreich tätig. Meine Schwerpunkte dort sind unter anderem „Koordination“ und „Ballspiele“.

Weiters bin ich bei Handballkursen an den Sportakademien in Wien, Linz, Graz und Innsbruck als Lehrbeauftragter tätig. Dort sind meine Schwerpunkte vor allem „Methodik und Didaktik“, „Entwicklung der Offensiven Deckung“ und „Koordination“.

Gemeinsam mit meinem ehemaligen Jugendgoalie gründete ich Anfang 2016 die „Goalie Academy Austria“, für die wir im Sommer desselben Jahres das erste Camp in St. Pölten veranstalteten. Bei diesem Projekt habe ich die Sportliche Leitung über und Wolfi kümmert sich um die Projektleitung.

Im Sommer 2016 nahm ich das Angebot vom UHK Moser Medical Krems an, um die HLA & U20 Goalies zu trainieren. Weiters bin ich seither für die Erstellung und Auswertung der Defensivstatistik bei den HLA Heimspielen in Krems zuständig.

2016 schloss ich zwei weitere Ausbildungen ab: Im November beendete ich die erstmalig vom DHB durchgeführte Torhütertrainerausbildung in Kiel erfolgreich und im Dezember schloss ich den Open Master Coach Course in Göteborg ab.

Vision
Mir taugen einfach Lernsituationen, und ich merke, dass mich die Arbeit mit positiv motivierten Menschen sehr motiviert. Wenn mich etwas begeistert, dann arbeite ich gern viel. Als Teamplayer finde ich besonders toll, wenn es gelingt, gemeinsam mit anderen Menschen Ideen und Projekte umzusetzen, und man danach sagen kann: „Wir haben etwas gelernt.“ Nach dem Motto:

Small minds discuss people.
Average minds discuss events.
Great minds discuss ideas.

 

4 Antworten auf Lebenslauf (lang)

  1. Beeindruckend, echt! Ganz kleine Handbälle fließen da durch die Blutbahn.

  2. Lisi sagt:

    Toller Lebenslauf, da denk ich doch gerne an die Zeit zurück als wir Kollegen in der MS Bregenz Vorkloster waren und hoffe natürlich wieder auf tolle Fortbildungen in Vorarlberg von dir. 😉 Mach weiter so Roman! LG Lisi

    • admin sagt:

      danke lisi – nächstes Schuljahr wird es leider nichts, doch vielleicht 2015/16 wieder. ich würde mich freuen 🙂 mfg aus innerösterreich

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